Klassenfahrt der 10b und 10c nach Berlin (9.9.-13.9.)
In der 3. Schulwoche der 10. Klasse sind die Schülerinnen und Schüler zweier Parallelklassen dieses Schuljahr nach Berlin gefahren. Museen, Bundestag, Gedenkstätten und weitere Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt standen auf dem Programm, aber auch das Naturerlebnis am Wandlitzer See. Die Klasse 10b wurde von Frau Feetzki und Herrn Bertram begleitet, die 10c von Frau Classen und Frau Burckhardt.
Nach einer 11-stündigen Busfahrt und stolzen 776 km kamen die Konzer Schüler in Berlin, genau genommen im Nordosten von Berlin, in Wandlitz, an. Aufgrund der letzten Schuljahre, die zum Teil unter Pandemiebedingungen stattfanden, und des nach Klassenstufen gestaffelten Fahrtenkonzeptes an unserer Schule war es für die meisten tatsächlich die erste Klassenfahrt an einer weiterführenden Schule. Die Fahrt in der Orientierungsstufe (5./6. Klasse) und die Englandfahrt (7. Klasse) entfielen für die derzeitigen 10er, so dass es gut nachzuvollziehen war, dass sich die Schülerinnen und Schüler sehr auf die Zeit in Berlin gefreut hatten. Am ersten Abend wurden die Zimmer bezogen und die Umgebung der Jugendherberge erkundet.
Am Dienstag erlebten wir in einer Stadtrundfahrt mit Klaus Wieland Kläser, der aus Simmern stammte und viele kleine Anekdoten über Berlin erzählte, das Zentrum von Berlin: Alexanderplatz, Karl-Marx-Allee (fälschlicherweise auch Stalins Badezimmer genannt), Brandenburger Tor, Check-Point-Charlie, die Berliner Mauer, die East Side Gallery, das politische Zentrum Berlins und vieles weitere. In unserer ersten kurzen Mittagspause schafften es einige Schüler nicht, pünktlich zum Treffpunkt zurückzukehren, weil „Berlin ja so groß“ sei und man „die Entfernung unterschätzt“ habe.

Dennoch kamen wir rechtzeitig zum Paul-Löbe-Haus, in den Bundestag und in das Reichstagsgebäude zu einer Kuppelbesichtigung. In Gesprächen mit der Bundestagsabgeordneten Verena Hubertz aus Konz konnten die Schüler ihr politisches Wissen in Berlin vertiefen. Am späten Nachmittag erlebten alle in kleinen Restaurants die Vielfalt der Berliner Küche oder ihr erstes „Shopping-Fieber“.

Am Mittwoch bestand die Möglichkeit, Berlin in Kleingruppen selbstständig zu erkunden. Ausgehend vom Zoologischen Garten in Charlottenburg konnten die Schüler Schöneberg oder Kreuzberg erobern. Ob der Ku’damm oder der Nollendorfkiez durchkreuzt wurde, ist nicht bekannt, jedoch platzten bei der Rückkehr die meisten Rucksäcke und Taschen aus allen Nähten. Nach der Rückankunft in Wandlitz war es am frühen Abend dann aufgrund der milderen Temperaturen schließlich doch möglich, an der Jugendherberge im See zu baden oder gar für die nächsten Wettbewerbe zu trainieren. Das Grillen, das einige Schüler übernommen hatten, und das Abendessen am See beendeten den dritten ereignisreichen Tag der Klassenfahrt.
Am Donnerstagmorgen erkundeten wir in drei Gruppen verschiedene Museen: das Computerspielemuseum, das Spionagemuseum und die Berliner Unterwelten. Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg wurden hier nebenbei durchwandert. Am Abend besuchten wir die Gedenkstätte Hohenschönhausen, ein ehemaliges Stasi-Gefängnis und eine frühere Untersuchungshaftanstalt der sowjetischen Besatzungsmacht. Die politische Verfolgung in den Jahren 1945-1989 wurde sichtbar, ehemals Inhaftierte gaben einen Einblick in die Methoden und Zustände der Haftanstalt. Nach vielen Eindrücken klang der Abend und damit die Klassenfahrt am Lagerfeuer in Wandlitz aus.



Die Heimfahrt am Freitag gestaltete sich staufrei und verkehrsarm, sie gelang mithilfe unseres erfahrenen Kylltalbusfahrers Ernst Weber wiederum in immerhin „nur“ 11 Stunden. Das Highlight der Rückfahrt war die Thüringer Bratwurst und das Rostbrätle an einer kleinen ostdeutschen Raststätte. Die Berlinfahrt, so unser Gesamteindruck, war im Ganzen ein gelungener Ausflug in das politische Zentrum der Republik, mit dem besonderen Beiwerk von Kultur, Currywurst, Großstadtflair und unzähligen Baustellen.
Joachim Bertram