Lehrertheater

"Nein, mein Bruder wohnt nicht hier. Bunbury ist augenblicklich woanders... Tatsächlich ist Bunbury tot. Ja, ich habe ihn heute Nachmittag umgebracht... Nein, er ist plötzlich geplatzt."

Die Sätze hallen durch die Gruppenräume der Jugendherberge, so dass der nebenan probende saarländische Frauenchor zu singen aufhört. Aber alle Beteiligten leben noch. Es handelt sich nur um eine Gruppe Lehrer des Gymnasiums Konz, die ein Theaterstück einübt.

Dass das Konzer Gymnasium ein reges Theaterleben hat, ist bekannt. In der Vergangenheit gingen jedes Jahr ein bis zwei überaus erfolgreiche Schülerproduktionen über die Bühne. Aber dass die Lehrer Theater machten, ist schon einige Jahre her. Jetzt ist es wieder so weit. Am vergangenen Wochenende trafen sich elf Pädagogen verschiedener Fachrichtungen zu Probetagen in der Jugendherberge in Weiskirchen, um Oskar Wildes Komödie 'Ernst sein ist alles' den letzten Schliff zu geben. Bei dem Stück handelt es sich um eine Burleske, bei der es zeitweise hoch hergeht. Eine eigens angefertigte neue Übersetzung holt die Handlung aus dem späten 19. Jahrhundert in das London der Gegenwart.

Die beiden Freunde John und Algernon führen ein Doppelleben: Während der eine einen Freund "Bunbury" für seine Landausflüge erfindet, fingiert der andere einen Bruder Ernst als Alibi für seine amourösen Besuche bei Gwendolen Fairfax in der Stadt. Keine Frage, dass es hierbei zu Verwicklungen kommen muss, in deren Verlauf nicht alles ernst zu nehmen ist.

Entsprechend amüsant, temperamentvoll und energiegeladen verlief das Probenwochenende. Hierbei stellten die Lehrer ein schauspielerisches Talent unter Beweis, das im Unterricht häufig nur begrenzt zum Einsatz kommen kann. Zu sehen ist das Ganze am 21. und 22. Mai im Atrium des Gymnasiums. Ein überaus unterhaltsamer Abend ist garantiert.

Der Frauenchor aus dem Saarland wird nicht kommen können: die Damen planen für diese Woche ihr Jahreskonzert.

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