Plötzlich war der Krieg ganz nah …

Konzer Schüler auf dem Schlachtfeld bei Verdun

Fassungslos stehen die 23 Schüler der Klasse 9a des Gymnasiums Konz vor einer Mondlandschaft. Vor ihnen eine Reihe von Kratern, von denen die größten wohl einen Durchmesser von 25 Metern haben werden. Es ist kaum zu glauben, dass es hier einmal ein Dorf von 168 Einwohnern gab, mit einer Kirche, einem Pfarrhaus, einer Schmiede und einer Reihe von Bauernhäusern.

Alle vier 9. Klassen des Gymnasiums Konz sind nach Verdun gefahren, um sich ein Bild von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs in und um Verdun zu machen. Die Fahrt war im Unterricht vorbereitet worden, aber was die Schülerinnen und Schüler hier zu sehen bekamen, ging weit über das zu Hause Gelernte hinaus.

Die Butte de Vauquois, der Hügel etwa 20 Kilometer westlich von Verdun, lag genau auf der Frontlinie, auf der sich die deutsche und die französische Armee Ende 1914 zum Stellungskrieg eingegraben hatten. Hierdurch bekam er eine große strategische Bedeutung, und nachdem an der Oberfläche keine Fortschritte mehr gemacht werden konnten, begaben sich beide Armeen in den Untergrund. Beide Armeen errichteten ein kilometerlanges Stollengeflecht mit dem Ziel, die jeweils andere Armee, die gerade das Dorf besetzt hielt, in die Luft zu sprengen.

Von dem Ergebnis konnten sich die Konzer Schüler überzeugen: Fassungslos erkundeten sie die vom Minenkrieg zerschundene Landschaft. Anschließend stiegen sie unter kundiger Führung von Pierre Lenhard in das deutsche Stollensystem ein. Hier bekamen sie einen Einblick in die Lebensumstände der Soldaten: Acht Stunden kämpfen, acht Stunden graben, acht Stunden schlafen – und dies Tag für Tag. Nach einer knappen Stunde waren alle wieder sichtlich froh, an der Oberfläche zu sein. Der Erste Weltkrieg war plötzlich ganz nah gewesen.

Anschließend ging es zum Fort Douamont nach Verdun und zum Nahe gelegenen Memorial, wo im Gebeinhaus die sterblichen Überreste von 130.000 nicht identifizierten Soldaten aufbewahrt werden. Ein Besuch im Museum, das im Jahr 2014 nach neuestem Wissensstand und mit beeindruckender Ausstellungstechnik wiedereröffnet wurde, rundete die Exklusion ab.

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