Die Schüler der 9. Klasse waren überrascht, hier, vierzehn Meter unter der Erde auf Feuersalamander zu stoßen. Tatsächlich überwintern die unter Naturschutz stehenden kleinen Lurche in den mit 14 Grad frostfreien Gängen unter dem Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges. Mit zwei Bussen waren früh morgens 93 Schüler des Gymnasiums Konz nach Verdun aufgebrochen, um dort die Orte der damaligen Kämpfe hautnah zu erleben.

Zunächst ging es nach Vauquois, wo sich vor hunderteins Jahren deutsche und französische Einheiten erbitterte Kämpfe um einen strategisch wichtigen Hügel geliefert hatten. Dabei wurde das auf der "Butte de Vauquois" liegende Dorf von beiden Seiten der Front mit zahlreichen Gängen untergraben und im Jahr 1916 schließlich durch eine riesige Explosion in die Luft gesprengt. Einige Gänge sind bis heute erhalten geblieben und in den letzten Jahren von einem eigens gegründeten Verein für Besucher zugänglich gemacht worden. Die Schüler und Schülerinnen erkundeten die engen Gänge und konnten nacherleben, wie die Soldaten vor einem Jahrhundert unter unsäglichen Bedingungen unterirdisch leben, graben und kämpfen mussten. Unter fachkundiger Führung von Pierre Lenhard konnten sie Offiziers- und Mannschaftsunterkünfte sowie die unterirdische Küche besichtigen. Nach einer Stunde in den engen Gängen waren alle froh, wieder das Tageslicht zu sehen, obwohl das Wetter alles andere als angenehm war.

Dann ging es mit dem Bus weiter nach Verdun, wo nach einem kurzen Besuch auf dem Ehrenfriedhof des Gebeinhauses, wo 20.000 namentlich bekannte Opfer der Schlachten beerdigt sind, eine Besichtigung des neu gestalteten Museums anstand. Die meisten Schüler hatten eine langweilige Ausstellung erwartet, und waren dann von der Präsentation sichtlich beeindruckt. Erst seit einem Jahr wieder eröffnet, stellt dieses Museum mit modernsten Medien und interessanten Ausstellungsstücken die Realität und die Schrecken des ersten Weltkrieges dar. Dabei findet es nicht nur das Gleichgewicht zwischen Waffenschau und den Leiden der Soldaten, die sich in zahlreichen Feldpostbriefen ausdrücken, sondern trägt auch in gleichem Maße der französischen und der deutschen Sichtweise Rechnung.

Viele Schüler waren der Meinung, dass die hier vorgesehenen eineinhalb Stunden eigentlich zu kurz waren. Noch im Bus auf der Heimfahrt wurde diskutiert und mancher Eindruck wird im Geschichtsunterricht der kommenden Wochen aufgegriffen werden.

 

Verdun 1  Verdun 2

Verdun 4                      Verdun 3

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